Wie kommt Bitcoin zu seinem Wert?

Was ist ein Bitcoin Wert?

Nun wissen wir wie Börsen den Preis eines Bitcoin ermitteln. Und wir wissen was ein Bitcoin dort für einen Wert in Euro repräsentiert. Doch wie viel ist ein Bitcoin nun wert?

Den philosophischen Aspekt, der den Wert einer dezentralen Währung für die Gesellschaft beschreibt, lassen wir mal außen vor. Betrachten wir nur den Wert des Bitcoin für einen Konsumenten (der auch ein Anleger sein kann).

Bekommt man für einen Bitcoin in seinem Restaurant kein Essen, ist der Bitcoin in der Wallet – in dem Moment – gerade genau gar nichts wert. Findet man keinen Abnehmer (Nachfrager) am Markt für seine Bitcoins sind sie auch nichts wert. Nicht anders verhält es sich übrigens mit anderen Währungen. Wer schon mal vom Urlaub etwas Währung eines anderen Staates mitgenommen hat und diese dann zu hause als Zahlungsmittel verwenden wollte, hat sicherlich schon bemerkt, dass man für den selben Geldschein zu hause auf einmal keine Fischplatte mehr bekommt. Und auch der Euro ist andernorts schnell mal gar nichts mehr wert. Wer schon mal versucht hat z.B. auf Kuba mit Euro zu zahlen kennt das.

Andere sehen den Preis des Bitcoin als den Gegenwert zur aktuell aufgebrachten Hash Power. Schließlich kostet der Betrieb der Hardware ja etwas und das lassen sich die Miner etwas kosten.

Meiner Meinung nach hat dies allerdings eher geringen Einfluss auf den Preis. Sinkt der Kurs des BTC wird das Mining weniger rentabel und Miner fahren die Hash Power einfach zurück (bzw. setzen das Mining aus) bis entweder die Ressourcen billiger oder der Preis des BTC höher wird.

Der Wert des Bitcoins wird (meiner persönlichen Meinung nach) vor allem von zwei Faktoren beeinflusst (die sich auch gegenseitig beeinflussen):

  • vorhandenen Use Cases (zumindest eine der drei Geldfunktionen – was sich auch in angebotenen Services die Menschen mittels Bitocin bezahlen / konsumieren können niederschlägt) und
  • der Verbreitung des Bitcoin in der Bevölkerung

Die Frage nach dem Wert des Bitcoin liefert also keine eindeutige Antwort.

Allerdings hat schon Carl Menger (Ökonom der österreichischen Schule) vor über 100 Jahren festgestellt, dass der Wert eines Gutes von seinem individuellen Nutzen abhängt. Er

„…ist demnach nichts den Gütern Anhaftendes, keine Eigenschaft derselben, eben so wenig aber auch ein selbständiges, für sich bestehendes Ding. Derselbe ist ein Urtheil, welches die wirtschaftenden Menschen über die Bedeutung der in ihrer Verfügung befindlichen Güter für die Aufrechthaltung ihres Lebens und ihrer Wohlfahrt fällen, und demnach ausserhalb des Bewusstseins derselben nicht vorhanden.“

So lange jemand einen subjektiven Wert im Bitcoin sieht, hat dieser auch einen.

So einfach – so komplex.

Bitcoin kann es auch von heute auf morgen so ergehen, wie einst myspace. Myspace war das „facebook“ vor facebook. Es erfüllte individuelle Needs seiner Nutzer. Doch eines Tages kam eben facebook des Weges, befriedigte die Needs seiner Nutzer zumindest so gut, oder auch besser / anders als myspace und binnen kürzester Zeit war der Platzhirsch nur mehr ein kleines Licht neben Facebook.

Sollte eine andere Währung die Funktionen Bitcoins zumindest genau so gut oder auch besser machen – kein Ressourcen-aufwändiger Proof of Work mehr, mehr Transaktionen pro Zeit, weniger „Machtkonglumerate“ (mining pools) – so kann es schnell gehen und Bitcoin wird zum kleinen Licht. Doch sind diese Faktoren alle zutiefst subjektiv. Ebenso wie die Entscheidungen die sie bei den einzelnen Akteuren im Ökosystem Bitcoin hervorrufen.

 

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