{"id":240,"date":"2017-09-19T12:11:32","date_gmt":"2017-09-19T10:11:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.robert-kofler.at\/?p=240"},"modified":"2017-09-19T12:13:03","modified_gmt":"2017-09-19T10:13:03","slug":"china-und-die-bitcoin-boersen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.robert-kofler.at\/Blog\/2017\/09\/19\/china-und-die-bitcoin-boersen\/","title":{"rendered":"China und die Bitcoin-B\u00f6rsen"},"content":{"rendered":"<p>Ein paar Tage lang gingen die Ger\u00fcchte um Chinas Regierung wolle (wieder einmal) gegen Bitcoin vorgehen. ICOs wurden verboten. Dies lies den Wert von Bitcoin wieder volatiler werden &#8211; nach langen Steigerungen ging der Trend nun bergab. Doch Bitcoin konnte dieses Verbot wenig anhaben. Dann kam aber der Hammer: Chinas Regierung l\u00e4sst bis Ende des Monats die gr\u00f6\u00dften Bitcoin B\u00f6rsen sperren. Was f\u00fcr Auswirkungen wird das haben?<!--more--><\/p>\n<p>Eines Vorweg: Fix is nix.<br \/>\nDer nachstehende Text spiegelt lediglich meine Vermutungen \u00fcber die zuk\u00fcnftige Entwicklung wider. Denn: wer kennt schon die Zukunft.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst schauen wir uns mal die Umgebungsvariablen an (soweit diese bekannt sind, denn was genau China, vorhat ist immer noch nicht ganz klar):<\/p>\n<ul>\n<li>Chinas Regierung verbietet ICOs und schlie\u00dft quasi von heute auf morgen alle Bitcoinb\u00f6rsen.<\/li>\n<li>In China befinden sich die meisten bzw. gr\u00f6\u00dften Miningpools.<\/li>\n<li>Chinesen leben mit sehr restriktiven Gesetzen, die es verhindern sollen, dass chinesische Devisen (Verm\u00f6gen) leicht ins Ausland transferiert wird.<\/li>\n<li>In China leben immerhin rund eine Milliarde Menschen, was China zu einem riesigen Markt macht.<\/li>\n<li>China ist ein globaler Player und es besteht Grund zur Annahme, dass andere L\u00e4nder Chinas Beispiel folgen werden.<\/li>\n<li>China hat ICOs und B\u00f6rsen ausgeschaltet, nicht aber Bitcoin selbst verboten.<\/li>\n<li>Der Kurs von Bitcoin brach binnen drei Tage von ca. 3.650 EUR auf ca. 2.750 EUR ein.<\/li>\n<\/ul>\n<h6><em>&#8222;B\u00f6rsen sind gesperrt, nicht aber Besitz, Handel oder Mining.&#8220;<\/em><\/h6>\n<p>Miningpoolbetreiber haben viel in ihre Infrastruktur investiert, f\u00fcr sie w\u00e4re ein Verbot von Bitcoin ein schwerer Schlag. Allerdings wurde weder Besitz, noch das Handeln oder gar das Minen von Bitcoins verboten. Bisher scheint es \u00fcberhaupt so zu sein, dass China an die B\u00f6rsen herantrat und sie &#8211; mehr oder weniger freundlich &#8211; darauf hinwies, dass sie keine Lizenzen h\u00e4tten und deshalb (zumindest bis zur Erlangung einer Lizenz) schlie\u00dfen m\u00fcssten. Miner trifft das ganze also gar nicht so schwer, wie man zun\u00e4chst meinem m\u00f6chte. Allerdings wird es f\u00fcr sie schwerer BTC in Fiat W\u00e4hrungen zu wechseln. Auch wenn Services wie localbitcoins.com in den letzten Tagen massiv an Usern aus China gewannen, sind diese f\u00fcr Miner kein brauchbarer Ersatz um gro\u00dfe Mengen an BTC unkompliziert in Fiat zu wechseln. K\u00f6nnen Miner aber Investitionen und Kosten mittels BTC begleichen, ist auch der Wegfall der B\u00f6rsen f\u00fcr sie kein allzu gro\u00dfes Problem. Dar\u00fcber hinaus ist davon auszugehen, dass B\u00f6rsen in China bald wieder zur Verf\u00fcgung stehen werden. Dann aber wohl mit massiven Auflagen f\u00fcr KYC und GWG. So etwas \u00e4hnliches hatten wir im Bitcoin Universum schon einmal, als in den USA die KYC und GWG Richtlinien versch\u00e4rft wurden, &#8222;flohen&#8220; viele einstige Pioniere der BTC Szene aus den Staaten &#8211; Bitcoin selbst hat das nicht geschadet.<\/p>\n<h6>&#8222;Miner und User k\u00f6nnten auf B\u00f6rsen au\u00dferhalb Chinas ausweichen.&#8220;<\/h6>\n<p>W\u00e4re da nicht die restriktiven Gesetze Chinas, die verhindern sollen, dass chinesische Devisen leicht au\u00dfer Landes gebracht w\u00e4ren, k\u00f6nnten Miner und User auf B\u00f6rsen au\u00dferhalb Chinas ausweichen. Allerdings werden sich, zumindest gro\u00dfe B\u00f6rsen, an die chinesischen Gesetze halten und erst gar keine Bankverbindungen f\u00fcr chinesische B\u00fcrger zur Verf\u00fcgung stellen. Man kann aber davon ausgehen, dass diejenigen Chinesen, welche Verm\u00f6gen ins Ausland transferieren, dies auch ohne die Hilfe von B\u00f6rsen schaffen werden. Besonders wenn die zuk\u00fcnftigen wiederauferstandenen B\u00f6rsen <a href=\"http:\/\/www.deutschlandfunk.de\/sozialkredit-system-china-auf-dem-weg-in-die-it-diktatur.724.de.html?dram:article_id=395440\">gl\u00e4serne User<\/a> produzieren werden.<\/p>\n<h6>&#8222;China k\u00f6nnte versuchen \u00fcber 1 Milliarde Menschen von Bitcoin abzuschneiden.&#8220;<\/h6>\n<p>Durch diese Einschr\u00e4nkungen und weitere vielleicht noch kommende und drastischere, k\u00f6nnte China versuchen seine B\u00fcrger &#8211; immerhin rund 1,4 Milliarden Menschen &#8211; von Bitcoin abzuscheiden. \u00c4hnlich wie man es auch beim Internet versucht und auch (teilweise) geschafft hat. Ich pers\u00f6nlich w\u00fcrde meinen, mit dem Ziel einen &#8222;chinesichen Volkscoin&#8220; zu generieren, der unter der Kontrolle der Regierung steht &#8211; was sich wohl die meisten Regierungen, die BTC gegen\u00fcber negativ eingestellt sind, w\u00fcnschen.<\/p>\n<p>Doch die dezentrale Natur von Bitcoin wird dies wohl zu verhindern wissen. Und selbst wenn die Nutzung f\u00fcr Bitcoin f\u00fcr die Menschen so unbequem wird, dass sie lieber darauf verzichten, ist das f\u00fcr das \u00d6kosystem Bitcoin nicht sonderlich relevant. Der Anteil Chinas an diesem Systems (Umsatz an den B\u00f6rsen u.\u00e4.) liegt wohl irgendwo um die 10%. F\u00fcr den gesamten Markt ist das zwar nicht wenig, aber bei weitem zu wenig um &#8222;systemrelevant&#8220; zu sein. Dar\u00fcber hinaus werden &#8222;Bitcoin Verbote&#8220; wohl \u00fcber kurz oder lange Regulationen f\u00fcr Bitcoin weichen &#8211; welcher Staat will sich schon die Steuern darauf entgehen lassen? Und wie gro\u00df die &#8222;Lust&#8220; auf solche Steuereinnahmen ist, zeigt das Beispiel Hanf sehr gut. Lange Jahre verp\u00f6nt wurde dieser weltweit (vor allem in den USA) unter auflagen legalisiert und l\u00e4sst die Staatskassen klingeln. \u00a0Und Bitcoin hat, im Vergleich zum Hanf, noch den Vorteil ein weniger negatives Image zu haben &#8211; da f\u00e4llt die Legalisierung auch politisch leichter.<\/p>\n<h6>&#8222;Warum brach der Kurs so massiv ein?&#8220;<\/h6>\n<p>Mittlerweile ist Bitcoin wohl (so genau weiss man es ja, dank Bitcoins Technik nicht) im Fokus von finanzstarken Anlegern. Und die treffen ihre Kauf- und Verkaufsentscheidungen wohl \u00e4hnlich wie Aktionspekulanten: Schlechte Nachrichten verursachen schnell Kursst\u00fcrze. Man vergleiche nur die \u00d6lkatastrophe BPs im mexikanischen Golf oder aktueller den Dieselskandal von VW. Kaum traten die negativen Nachrichten auf, werden die Aktien panikartig abgesto\u00dfen und Kurs f\u00e4llt. Kehrt dann wieder Ruhe und Besonnenheit ein, steigt der Kurs wieder. Wenn denn nicht andere Faktoren ein altes Hoch verhindern (VW z.B. sieht generell mit Verbrennungsmotoren einer rosigen Zukunft entgegen).<\/p>\n<p>Spekulanten, die am schnellen Euro interessiert sind, verlassen blitzartig das System. Leute die schon l\u00e4nger dabei sind, und mit der Volatilit\u00e4t des BTC vertraut sind, sowie Leute die mit einer Langzeitstrategie investiert sind, bleiben und blieben.<\/p>\n<p>Der Wert des Bitcoin wird also sehr schnell wieder steigen, wenn das jemand den finanzstarken Stakeholdern im System erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein paar Tage lang gingen die Ger\u00fcchte um Chinas Regierung wolle (wieder einmal) gegen Bitcoin vorgehen. ICOs wurden verboten. Dies lies den Wert von Bitcoin wieder volatiler werden &#8211; nach langen Steigerungen ging der Trend nun bergab. Doch Bitcoin konnte dieses Verbot wenig anhaben. 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