{"id":381,"date":"2019-07-21T22:25:57","date_gmt":"2019-07-21T20:25:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.robert-kofler.at\/?p=381"},"modified":"2020-02-04T15:42:57","modified_gmt":"2020-02-04T14:42:57","slug":"libra-deep-dive","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.robert-kofler.at\/Blog\/2019\/07\/21\/libra-deep-dive\/","title":{"rendered":"Libra Deep Dive &#8211; pro | con | eine \u00dcbersicht"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach dem Studium des blockhain white papers (Stand Juli 2019) und einigen Gespr\u00e4chen, fasste ich die Eigenschaften von Libra, sowie deren Implikationen zusammen. Warum Libra von mir solche Aufmerksamkeit in Form (von vorerst mal) einem, doch recht langen, Artikel bekommt? Libra k\u00f6nnte f\u00fcr uns alle gro\u00dfe Auswirkungen haben. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wer steht hinter Libra? Die Libra Association<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinter Libra steht im Prinzip ein Verein, die <a href=\"https:\/\/libra.org\/de-DE\/association-council-principles\/#overview\">Libra  Association<\/a>, mit Sitz in der Schweiz. Mitglieder sind derzeit unter anderem: <br>Facebook Inc., Visa, Spotify, Paypal, Vodafone, eBay, Mastercard, Stripe, Lyft, Uber, Coinbase, &#8230; <br>Dass der Verein in der Schweiz angesiedelt ist, d\u00fcrfte wohl haupts\u00e4chlich an an den liberalen rechtlichen Rahmenbedingungen im Bereich Crypto liegen. Au\u00dferdem hat ein Verein den Charme, dass man ihn nur schwer f\u00fcr die T\u00e4tigkeiten seiner Mitglieder verantwortlich machen kann. So w\u00e4re es m\u00f6glich, sich zu sch\u00fctzen, wenn zum Beispiel ein Mitglied des Vereins, wie etwa Facebook,  nach US-Recht (Patriot Act) Daten herausgeben soll.  Liegen die Daten beim Verein in der Schweiz, k\u00f6nnte so der Zugriff der US-Beh\u00f6rden verhindert werden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> Facebook selbst distanziert sich \u00fcbrigens insofern von Libra, indem das Unternehmen eine 100%-Tochter gegr\u00fcndet hat, die sich um Libra k\u00fcmmern soll. Facebook selbst will somit nur ein Mitglied im Verein sein, wie alle anderen. Ob damit eine Trennung der Infrastrukturen und Userdaten ebenso gut geschaffen werden, wie schon bei der \u00dcbernahme von Whatsapp versprochen (die Trennung hatte \u00fcbrigens nicht lange Bestand), wird sich zeigen. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Mitglied werden<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um ein Mitlied im Verein zu werden, muss man recht potent sein &#8211; mindestens<a href=\"https:\/\/libra.org\/de-DE\/association-council-principles\/#libra_association_council\"> 10 Millionen USD<\/a> muss man einzahlen um eine Stimme zu bekommen. Als Mitglied kann man &#8211; zumindest vorerst, Libra gibt im white paper (einem der derzeit vier) an, sp\u00e4ter offener zu werden &#8211; einen Node betreiben, Validator sein und damit Transaktionen pr\u00fcfen und best\u00e4tigen und im Verein mitbestimmen. Daf\u00fcr bekommt man Libra Investment Tokens, die auch gleich die H\u00f6he die Dividende bestimmt, die ein Validator erh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Libra<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Libra ist die &#8222;W\u00e4hrung&#8220;, oder besser das medium of exchange, mit der die Art und Weise, wie wir Zahlungen vornehmen, revolutioniert werden soll. Eine W\u00e4hrung ist Libra insofern nicht, als dass eine W\u00e4hrung &#8211; simpel gesagt &#8211; vom Staat anerkanntes Geld ist. Umgangssprachlich spielt das keine besondere Rolle, so lange sich ein Tauschmedium (medium of exchange) wie Geld verwenden l\u00e4sst, benutzt man gerne mal die Bezeichnung W\u00e4hrung. F\u00fcr Libra aber ist dieser Unterschied recht wichtig, schlie\u00dflich haben Staaten ein gro\u00dfes Interesse daran, dass ihre W\u00e4hrungssysteme gesch\u00fctzt bleiben. Dies zeigt sich auch daran, dass allen voran in den USA Libra, das ja offiziell erst seit ca. 1 Monat existiert, bereits in den h\u00f6chsten politischen Gremien wild diskutiert wird. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Libra Handling aus Usersicht<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">User haben in Libra einen Account. Dieser Accounts wird von den Vereinsmitgliedern erstellt und &#8222;verwaltet. F\u00fchrt ein User Transaktionen aus, werden diese vom Validator gepr\u00fcft und die Anzahl der Token in der Wallet des Users werden entsprechend angepasst, wenn die Transaktion aus Sicht des Validators ok ist. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> Libra ist f\u00fcr User damit ebenso pseudonym wie Bitocin (man kennt nur die Accounts, nicht aber die User dahinter, wenn man Zahlungen im Ledger verfolgt). Die libra association verspricht \u00fcbrigens, dass sie nat\u00fcrlich nicht einen Facebook-(Instagram, WhatsApp)Account mit dem-Libra Account verkn\u00fcpfen will. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr User wird sich Libra im Handling nicht wesentlich von anderen Cryptow\u00e4hrungen unterscheiden.  Es ist aber davon auszugehen, dass man als User im Libra-\u00d6kosystem eher selten kryptische Adressen zu Gesicht bekommt. Schlie\u00dflich werden Zahlungen an einen Account geleistet und der kann auch gerne mal einen sprechenden Namen haben. Wer will, kann sich hier: <a href=\"https:\/\/dev.kulap.io\/libra\/#\/\">https:\/\/dev.kulap.io\/libra\/#\/<\/a> gerne mal durch ein  simuliertes \u00d6kosystem (ein proof of concept der Wallet) klicken.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Stable Coin Libra<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Libra ist dar\u00fcber hinaus ein &#8222;stable coin&#8220;.  Stable coins wollen sich von anderen Cryptow\u00e4hrungen dadurch unterscheiden, dass sie die Volatilit\u00e4t zu klassischen W\u00e4hrungen (USD, EUR, YEN&#8230;) geringer halten, als dies bei Bitcoin der Fall ist. Dies wollen sie dadurch erreichen, dass stable coins nur dann gesch\u00f6pft werden k\u00f6nnen, wenn zuvor ein Gegenwert hinterlegt wurde. Tether (ein anderer stable coin) versprach, dass ein Tether nur dann geschaffen wird, wenn zuvor ein Dollar hinterlegt wurde. Libra will hierf\u00fcr einen &#8222;Basket of Assets&#8220; verwenden. Vermutlich werden W\u00e4hrungsreserven in USD, EUR, YEN vielleicht auch GPB und andere gr\u00f6\u00dfere W\u00e4hrungen angelegt, um eine hinreichende Streuung des Baskets zu erreichen, der in seiner Kaufkraft relativ wenig schwankt. Durch die Mitgliedsbeitr\u00e4ge und die potenten Mitglieder d\u00fcrfte die Association zum Start einen ausreichend gro\u00dfen Baskets schaffen um damit so viele Libra coins schaffen, dass es zu keinen Liquidit\u00e4tsproblemen kommt. Dadurch dass User, neben dem Tausch von Dienstleistungen und Waren f\u00fcr Libra, dann Libra bekommen, wenn sie welche einkaufen (ich glaube nicht, dass man Bitcoin akzeptieren wird), wird der Basket auch weiterhin anwachsen. <br>Die W\u00e4hrungsreserven werden mit Sicherheit gut angelegt &#8211; alleine dies d\u00fcrfte f\u00fcr die Mitglieder schon ein lukratives Gesch\u00e4ft werden. Tether hat sich \u00fcbrigens im Laufe seiner Existenz erlaubt, das urspr\u00fcngliche Versprechen f\u00fcr jeden Tether einen Dollar als Reserve zu halten, zu brechen und h\u00e4lt nun diverse Reserven.  <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vor- und Nachteile Stable Coin-Variante<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Vorteil verspricht ein stable coin, dass man mit ihm Waren, Dienstleistungen und andere W\u00e4hrungen kaufen kann und dabei nicht einem so hohem Risiko (aber auch Chance) von W\u00e4hrungsschwankungsrisiken unterliegt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stable coins gehen auch davon aus, dass sie, durch die hinterlegten Werte, breitere Akzeptanz als Zahlungsmittel finden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit einem stable coin kann man, je nach technischer Umsetzung, schnell Zahlungen ohne Intermedi\u00e4re  &#8211; Dienstleistern wie z.b. klassische Banken oder Western Union &#8211; durchf\u00fchren. Akzeptiert der Verk\u00e4ufer den stable coin braucht es weder Konto noch Mittler. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br>Die Nachteile von stable coins sind: <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>ein stable coin ist &#8222;nur&#8220; ein Versprechen, dass man f\u00fcr den stable coin eine entsprechende Menge der Reserve bekommt.<\/li><li>die Reserven unterliegen Wertschwankungen.<\/li><li>die Rate in der stable coins f\u00fcr eingelagerte Reserven gesch\u00f6pft werden, ist nicht mathematisch definiert (wie zum Beispiel bei Bitcoin) &#8211; Inflation ist damit wahrscheinlicher. Tether trat mit dem Versprechen an, 1:1 an den USD gekoppelt zu sein. Im M\u00e4rz 2019 wurde<a href=\"https:\/\/cryptomonday.de\/tether-breaking-news-bedingungen-fuer-usdt-heimlich-geaendert-keine-deckung-mehr-durch-usd\/\"> still und leise mit diesem Versprechen gebrochen<\/a> und man nahm neben dem USD noch andere Verm\u00f6genswerte als Deckung auf. \u00dcberdies ist davon auszugehen, dass die hinterlegten W\u00e4hrungen weiterhin inflationieren, und damit auch der &#8222;stable&#8220; coin nicht so stabil ist, wie sein Name vermuten l\u00e4sst. Im Prinzip sind stable coins mehr Verrechnungseinheit als W\u00e4hrung.<\/li><li>ist der stable coin gro\u00df genug, kann er massiv Geldpolitik betreiben. \u00c4hnlich wie es Staaten heute tun, wenn sie W\u00e4hrungsreserven anh\u00e4ufen. China zum Beispiel finanziert durch das Anh\u00e4ufen von USD-Reserven massiv die Schulden der USA. Libra kann durch eine Verringerung der gehaltenen Reserven die USA damit auch unter Druck setzen.  <\/li><li>nimmt als Reservern auch andere &#8222;reale&#8220; Werte als W\u00e4hrungen in den Basket auf, zum Beispiel Grundst\u00fccke, m\u00fcssen diese Werte bewertet werden &#8211; was letzten Endes eine subjektive Sch\u00e4tzung ist. <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein stable coin hat also &#8211; f\u00fcr manch einen use case &#8211; durchaus eine Berechtigung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wer entscheidet \u00fcber Transaktionen? Wie dezentral ist Libra?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Derzeit ist Libra darauf ausgelegt, dass nicht jeder als Validator (im Bitcoin Netzwerk mit den Minern zu vergleichen) auftreten kann, sondern eben nur die Mitglieder des Vereins (proof of authority). Das bringt auch den Vorteil mit, dass es keinen aufw\u00e4ndigen proof of work zur Absicherung der chain braucht. Laut white paper,  will man sp\u00e4ter auf  proof of stake  wechseln und damit das System offener gestalten. Diese Absichtserkl\u00e4rung ist mit Vorsicht zu genie\u00dfen. Es muss nicht zwingend bedeuten, dass dadurch jedermann am Netzwerk als Validator teilnehmen kann. Das kann genau so gut bedeuten, dass unter den Mitgliedern des Vereins das eingelegte Kapital (in Form von gehaltenen Token) bestimmt, wer vom exklusiven Verein valideren darf und \/ oder welches Mitglied wie viel vom reward f\u00fcrs Validieren einstreifen darf. Ein proof of stake-System riecht f\u00fcr mich allerdings gleich nach Oligarchie&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Libra Netzwerk sind es die Mitglieder Libra Association, die entscheiden wohin sich Libra entwickeln soll. Aber sie entscheiden auch, wessen und welche Transaktionen g\u00fcltig (=erlaubt bzw. geduldet) sind. Also entscheidet ein Club der gro\u00dfen Player, welche sich in den Verein eingekauft haben, dar\u00fcber wer ein Gesch\u00e4ft mit Libra abwickeln darf. Da die Anzahl der Vereinsmitglieder gr\u00f6\u00dfer als eins ist, aber auch weit kleiner als die Teilnehmer in vergleichbaren peer-to-peer-Netzwerken (vgl. Bitcoin) ist Libra eher ein zentrales System als ein dezentrales.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Klassifizierung der Blockchain<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Daten in der Blockchain (mehr dazu sp\u00e4ter) sind in Libra f\u00fcr alle lesbar, durch den proof of authority darf aber nicht jeder schreiben. Damit handelt es sich um eine permissioned public chain. Nachvollziehbar und verst\u00e4ndlich, dass permissioned chains eher typisch sind f\u00fcr chains die von Unternehmen gef\u00fchrt werden. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Transaktionen ohne Blockchain?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aufgrund des oben genannten Systems der Validatoren kennt Libra \u00fcbrigens eine &#8222;klassische Blockchain&#8220;.  Die Validatoren vertrauen sich gegenseitig. Ein Validator sammelt Transaktionen &#8222;seiner&#8220; User. Die Transaktionen werden gepr\u00fcft: hat der User in seinen &#8222;Account&#8220; ausreichend Funds? Handelt es sich um eine kryptografisch g\u00fcltige Transaktion? Und weitere \u00fcbliche Pr\u00fcfungen. Ist alles OK f\u00fcgt der Validator die Transaktionen als Block  kryptografisch gesichert dem public ledger hinzu. LIbra nimmt hier Anleihen an Hotstuff einem Leaderbased system:  Ein Validator schl\u00e4gt einen Block vor und die anderen pr\u00fcfen ihn und akzeptieren den neuen Block. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Vorteil, und gleichzeitig ein Nachteil, des accountgebundenen Systems ist, dass zum Beispiel eine Firma ihre Adresse (=\u00f6ffentliche Kennung des Accounts) behalten kann auch wenn sie den private key zu eben jener Adresse verliert. Validatoren k\u00f6nnen eingehende Zahlungen auf eine alte Adresse (auf die man gar keinen Zugang mehr hat) einfach auf eine neue umleiten. Undenkbar im Bitcoin-Universum und ebenso toll wie bedenklich.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Libra will Byzantine fault tolerant sein. D.h. ein gewisser Anteil an Spielern im System kann boshaft handeln und das System funktioniert immer noch. Interessant bei Libras-Ansatz ist, wie man damit umgehen will, wenn ein Validator (b\u00f6swillig oder unwissend) Transaktionen an den ledger anf\u00fcgt, die malicious  (z.b. Zahlungen auf ver\u00e4nderte Adressen umleiten) sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Smart Contracts<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Libra kann auch smart contracts. Ein Unterschied zu Bitcoin &#8211; hier ist sind smart contracts zwar m\u00f6glich aber im Vergleich zu Ethereum nur rudiment\u00e4r. Libra \u00e4hnelt hier massiv Ethereum. Libra ist nicht nur darauf ausgelegt mit smart contracts  umzugehen. Smart contracts werden in einer virtual machine (vm) durchgef\u00fchrt und k\u00f6nnen in der eigens entwickelten  Programmiersprache <em>&#8222;Move&#8220; <\/em>geschrieben werden. Zum Durchf\u00fchren der smart contracts muss auch &#8211; \u00e4hnlich dem gas in Ethereum &#8211; eine fee gezahlt werden. Diese fee ist aber anfangs noch deaktivert und soll prim\u00e4r zur Regulierung des traffics verwendet werden. So lassen sich zum einen Attacken abwehren, aber auch neue Einnahmenquellen  erschlie\u00dfen.   Au\u00dferdem k\u00f6nnen contracts, deren fee nicht gezahlt wird, gel\u00f6scht werden, was durchaus auch Sinn hat, das spart Platz und ein contract, der nicht mehr vorhanden ist, muss auch nicht mehr gepr\u00fcft werden.    <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Libras Vorteil<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch den Verein, bzw. durch dessen potente Mitglieder im Hintergrund, kann Libra sehr schnell eine riesige Userbase ansprechen. Das hilft bei der Adaption. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch die prall gef\u00fcllte Kriegskassa kann Libra fokussiert entwickelt werden. W\u00e4hrend bei W\u00e4hrungen wie Bitcoin ein Heer von Freiwilligen arbeitet (die hin und wieder gar nicht so freiwillig sind, da sie im Rahmen ihrer beruflichen T\u00e4tigkeit an Bitcoin arbeiten und damit auch Interessen ihrer Arbeitgeber einbringen), arbeiten an Libra bezahlte dedizierte Entwickler. W\u00e4hrend in Bitocin der Weg zu Entscheidungsfindung, wohin sich Bitocin entwickeln soll, oft ein demokratisch langwieriger ist (siehe block size debate die sich \u00fcber Jahre zog und in SegWit und den Fork von Bitcoin Cash ein vor\u00fcbergehendes Ende fand), bekommt Libra eine klare Sto\u00dfrichtung vorgegeben. Dies sorgt f\u00fcr eine schnelle Software-Entwicklung. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die smart-contract-Funktionalit\u00e4t bietet zudem reichlich M\u00f6glichkeiten Libra f\u00fcr diverseste Use Cases zu verwenden, in eigene Systeme einzubinden und zu adaptieren. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Libras Nachteil<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Libra ist nicht dezentral. Dadurch kann man Verantwortlichen leichter habhaft werden als einer Hydra wie Bitcoin. Das zeigt sich auch deutlich daran, dass Zuckerberg &amp; Co vor US-Regierungsbeh\u00f6rden zitiert wurden und dort Rede und Antwort stehen durften*, ob sie denn eh nicht vor haben, eine Gefahr f\u00fcr bestehende Platzhirsche zu sein. Hier wird sich Libra schwerer tun als andere Kryptow\u00e4hrungen, die comunity driven entwickelt werden.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Libra ist eine Konzernw\u00e4hrung.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Libra ist eine von Konzernen geschaffene W\u00e4hrung. Die Regeln nach denen  Libra funktioniert, werden vom Konzern geschaffen. Dies verschafft diesen Macht. <br>Auch die M\u00f6glichkeit zur Sch\u00f6pfung einer W\u00e4hrung, die weltweit Anwendung finden kann, verschafft Libra eine potentielle Macht die noch nie zuvor so gro\u00df war. Wird Libra &#8211; aus Sicht der teilnehmenden Konzerne &#8211; ein Erfolg, wird Libra eine Machtf\u00fclle haben, die nicht mal die USA durch das Positionieren des USD als weltweite Leitw\u00e4hrung haben. So viel Macht sollte eventuell nicht in den H\u00e4nden von share holder value getriebenen Firmen liegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">*update am 16.10.2019: und auch daran, dass einige gewichtige Firmen (z.B. Paypal und Mastercard) den Verein verlassen haben, bevor er \u00fcberhaupt so richtig ins Leben gekommen ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Disclaimer<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch ist Libra in Entwicklung und auch noch nicht live. Es kann sich also noch einiges tun und das hier geschrieben (bis auf das Update stammt der Text aus dem Juli 2019) damit hinf\u00e4llig sein. Au\u00dferdem kann ich mich, da ich bisher nur das Paper gelesen habe und keine praktische Erfahrungen mit Libra gemacht habe, nat\u00fcrlich auch in der einen oder anderen Beobachtung \/ Schlussfolgerung geirrt haben. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Studium des blockhain white papers (Stand Juli 2019) und einigen Gespr\u00e4chen, fasste ich die Eigenschaften von Libra, sowie deren Implikationen zusammen. Warum Libra von mir solche Aufmerksamkeit in Form (von vorerst mal) einem, doch recht langen, Artikel bekommt? Libra k\u00f6nnte f\u00fcr uns alle gro\u00dfe Auswirkungen haben.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":409,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-381","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.robert-kofler.at\/Blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/381","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.robert-kofler.at\/Blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.robert-kofler.at\/Blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.robert-kofler.at\/Blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.robert-kofler.at\/Blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=381"}],"version-history":[{"count":30,"href":"https:\/\/www.robert-kofler.at\/Blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/381\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":456,"href":"https:\/\/www.robert-kofler.at\/Blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/381\/revisions\/456"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.robert-kofler.at\/Blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/409"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.robert-kofler.at\/Blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=381"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.robert-kofler.at\/Blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=381"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.robert-kofler.at\/Blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=381"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}