{"id":417,"date":"2020-02-09T14:48:50","date_gmt":"2020-02-09T13:48:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.robert-kofler.at\/?p=417"},"modified":"2020-02-11T07:56:00","modified_gmt":"2020-02-11T06:56:00","slug":"ein-blick-in-die-kryptowaehrungszukunft-replik-auf-den-beitrag-im-standard","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.robert-kofler.at\/Blog\/2020\/02\/09\/ein-blick-in-die-kryptowaehrungszukunft-replik-auf-den-beitrag-im-standard\/","title":{"rendered":"Ein Blick in die Kryptow\u00e4hrungszukunft: Replik auf den Beitrag im Standard"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Tageszeitung &#8222;Der Standard&#8220; fand sich unl\u00e4ngst ein Beitrag mit dem Titel &#8222;<a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/2000113063175\/kann-kryptogeld-euro-und-dollar-ersetzen\">Kann Kryptogeld Euro und Dollar ersetzen?<\/a>&#8222;. Dieser Betrag war, meiner Meinung nach, doch deutlich gegen Kryptow\u00e4hrungen bzw. Bitcoin an sich formuliert. Hierzu ein paar andere, vielleicht erg\u00e4nzende, vielleicht widersprechende, vielleicht aber auch zustimmende Ansichten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Folgenden findet sich immer ein Auszug  des <a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/2000113063175\/kann-kryptogeld-euro-und-dollar-ersetzen\">Originalartikels <\/a>&#8211; erkennbar am seitlichen vertikalen Strich und hellgrauem Text. Darauf folgen meine Ansichten. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<!--more-->\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Der Standard<br> Kann Kryptogeld Euro und Dollar ersetzen?<br>Die Zukunft von Krypto-Tokensystemen bleibt spannend<br>BLOG&nbsp;von Guido Sch\u00e4fer&nbsp;<br>vom 14. J\u00e4nner 2020, 06:00<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>Seit Einf\u00fchrung der Kryptow\u00e4hrung Bitcoin im Jahr 2009 wird heftig dar\u00fcber debattiert, ob Kryptogeld k\u00fcnftig W\u00e4hrungen wie Euro oder Dollar abl\u00f6sen wird. Der Plan von Facebook zur Schaffung der Kryptow\u00e4hrung Libra hat diese Debatte zus\u00e4tzlich angefacht. Die rund 2,5 Milliarden aktiven Facebook-Userinnen und -User h\u00e4tten dadurch Zugang zu einem alternativen Bezahlsystem.<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Neben zahlreichen technischen, juristischen und politischen Problemen stellt sich grunds\u00e4tzlich die Frage, ob ein Kryptow\u00e4hrungssystem \u00f6konomisch funktionieren kann. Aus Sicht der monet\u00e4ren \u00d6konomie sprechen zumindest sechs Gr\u00fcnde dagegen, dass Kryptow\u00e4hrungen die Funktionen konventioneller W\u00e4hrungen \u00fcbernehmen k\u00f6nnen.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>In der folgenden Analyse wird unter Kryptow\u00e4hrung ein digitales System verstanden, dessen Regeln in einem Protokoll festgelegt sind. Eine dezentral gef\u00fchrte Datenbank verzeichnet die weitgehend anonyme \u00dcbertragung von digitalen Einheiten zwischen den Teilnehmenden. Diese Einheiten k\u00f6nnen als sogenannte Token im Tausch gegen konventionelle W\u00e4hrungen erworben werden. Da das System auf dem dezentralen Zusammenwirken einer Vielzahl privater Akteure beruht, kommt es ohne Zentralbank oder staatliche Aufsicht und Regulierung aus. Eine Art &#8222;privates&#8220;, dem Zugriff von Regierungen entzogenes und deshalb wertstabileres Geld soll dadurch erm\u00f6glicht werden.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><em><strong>1. Kryptogeld erf\u00fcllt die grundlegenden Geldfunktionen unzureichend<\/strong><\/em><\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>Alle in der Geschichte als Geld verwendeten Objekte erf\u00fcllten die Funktion als allgemein akzeptiertes Zahlungsmittel, als stabiles Wertaufbewahrungsmittel und als Recheneinheit zur Bestimmung des Preises eines Guts. Aktuell wird nur ein sehr geringer Teil aller wirtschaftlichen Transaktionen in Kryptow\u00e4hrungen durchgef\u00fchrt, weshalb nicht von einem allgemein akzeptierten Zahlungsmittel gesprochen werden kann. Aufgrund der hohen Kursvolatilit\u00e4t ist keine stabile Wertaufbewahrung m\u00f6glich. Selbst innerhalb des Kryptouniversums werden Werte typischerweise in Dollar oder Euro angegeben. Mikro\u00f6konomisch funktionieren Kryptow\u00e4hrungen also nicht als Geld. Die Argumente unterhalb legen nahe, dass sich dies auch zuk\u00fcnftig nicht \u00e4ndern wird.<\/em><\/p><cite> Guido Sch\u00e4fer  <\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bitcoin und die Geldfunktionen<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bitcoin als Zahlungsmittel<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erstmal erf\u00fcllten nicht alle  Objekte in der Geschichte die als Geld verwendet wurden, die Funktion als akzeptiertes Zahlungsmittel. Man denke zum Beispiel nur an Kaurigeld. Muscheln die in Afrika und Asien als Zahlungsmittel verwendet wurden, waren f\u00fcr die Europ\u00e4er in Europa kein Zahlungsmittel. Aber auch &#8222;gesetzlich anerkannte&#8220; Zahlungsmittel erf\u00fcllen  die Funktion als Zahlungsmittel nicht immer und \u00fcberall. Nicht umsonst versuchen Menschen in inflationsgebeutelten Gegenden der Welt ihr Geld in andere, &#8222;harte&#8220; W\u00e4hrungen zu wechseln. Wie es um die Akzeptanz eines, in meiner allt\u00e4glichen Umgebung akzeptierten, Zahlungsmittels bestellt ist, durfte ich selbst ca. ein Jahr nach der Euro-Einf\u00fchrung erfahren: ich konnte in \u00c4gypten mit Euro nichts kaufen. Im Jahr 2019 h\u00e4tte ich mir die gute Vorbereitung sparen k\u00f6nnen, das Wechseln in britische Pfund war gar nicht n\u00f6tig &#8211; der Euro wurde \u00fcberall akzeptiert. Dar\u00fcber hinaus ist das mit der Akzeptanz eines Zahlungsmittels ohnehin eine simple aber doch komplexe Sache. Wer kennt diese Schilder nicht: &#8222;Wir bitten um Verst\u00e4ndnis, aber wir akzeptieren keine 200 EUR Scheine&#8220;. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Inwieweit Bitcoin als Zahlungsmittel anerkannt wird, ist ebenso relativ wie die oben beschriebenen Beispiele. In \u00d6sterreich kann man zumindest in gr\u00f6\u00dferen Ortschaften sein Essen mit Bitcoin bezahlen &#8211; lieferservice.at akzeptiert ihn beispielsweise. Im Edustore bekommt man seinen IT-Bedarf, die Spieleplattform Steam akzeptiert ihn ebenso als Zahlungsmittel wie der Autor dieses Artikels. Daneben gibt es noch zahlreiche andere Akzeptanzstellen bis hin zu Universit\u00e4ten, an denen man seine Studiengeb\u00fchren mit Bitcoins zahlen kann. Die Bitcoin-Akzeptanz ist noch nicht so gro\u00df wie etwa die des Euros oder US-Dollars. Vielleicht wird sie auch nie so gro\u00df werden. In \u00d6sterreich wird die Akzeptanz von Bitcoin aber vermutlich gr\u00f6\u00dfer sein, als die Akzeptanz des Singapur Dollars oder s\u00fcdafrikanischen Rands.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bitcoin als stabiles Wertaufbewahrungsmittel<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist Bitcoin ein stabiles Wertaufbewahrungsmittel? Wohl eher nicht. <br>Ist Bitcoin ein gutes  Wertaufbewahrungsmittel? Meistens ja. <br>Sind &#8222;akzeptierte&#8220; Zahlungsmittel wie zum Beispiel Euro oder Dollar &#8222;stabile&#8220;  Wertaufbewahrungsmittel? Wohl eher nicht. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Guido Sch\u00e4fer spricht von einem stabilen  Wertaufbewahrungsmittel. Inflation\u00e4re W\u00e4hrungen, wie sie der Dollar und der Euro sind, verlieren stetig an Wert. Mit jeder neu gesch\u00f6pften Einheit einer W\u00e4hrung nimmt die Anzahl der Einheiten zu und damit der Wert der einzelnen Einheiten ab. Dadurch verringert sich die Kaufkraft. Wie sehr der Euro als Wertaufbewahrungsmittel taugt, kann man sich z.B. anhand<a href=\"https:\/\/www.finanzen100.de\/finanznachrichten\/wirtschaft\/geldentwertung-so-viel-sind-100-euro-oder-195-58-d-mark-aus-eurem-geburtsjahr-heute-noch-wert_H389458635_443668\/\"> dieser Tafel <\/a>ansehen. In zehn Jahren sind es knapp 15% Verlust. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bitcoin inflationiert auch noch eine Weile, bis die 21 Millionen Bitcoin gesch\u00fcrft sind und keine neuen Coins mehr hin zukommen. Ab diesem Zeitpunkt wird Bitcoin stabil bis deflation\u00e4r, was f\u00fcr ein Wertaufbewahrungsmittel nicht unbedingt schlecht ist.<br>Bis zum n\u00e4chsten Halving im Mai inflationiert Bitcoin mit 3,68% per anno. Gleichzeitig werden mehr Bitcoins nachgefragt als verf\u00fcgbar sind. Der Preis in Fiat f\u00fcr Bitcoins ist seit dem Beginn von Bitcoin so gestiegen, dass sich Bitcoins sogar hervorragend als Wertaufbewahrungsmittel eignen. So lange man davon ausgeht, dass Bitcoin gekommen ist um zu bleiben. <a href=\"https:\/\/www.coinwelt.at\/2020\/01\/seit-2017-bringt-bitcoin-an-64-der-tage-gewinn\/\">Von 2017 bis zum Jahr 2020 waren 64% der Tage an denen man sein Fiat-Werte mit Bitcoin sichern wollte, gute Tage zur Sicherung der Werte.<\/a> Wenn man den Zeitstrahl am Beginn von Bitcoin starten l\u00e4sst, erh\u00f6ht sich der Anteil der guten Tage massiv. Dennoch ist Bitcoin immer noch ein risikoreicheres Wertaufbewahrungsmittel als der Euro. Schlie\u00dflich ist gibt es beim Euro zum einen nicht das Risiko, dass er massiv in kurzer Zeit viel an Wert verliert (wie Bitcoin), allerdings ist der Wertverlust beim Euro nicht mal ein Risiko, er ist fix, man k\u00f6nnte auch sagen &#8222;stabil&#8220; (nicht wie beim Bitcoin, da gibt es das negative Risiko, auch bekannt als Chance, dass der Wert steigt, und das auch noch massiv). <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bitcoin als Recheneinheit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das kann Bitcoin (noch) nicht. Als unit of account, also eine Verrechnungseinheit, mit der man als Ma\u00dfstab den Wert des einen Gutes leicht mit dem Wert eines anderen Gutes vergleichen kann, taugt Bitcoin derzeit nicht wirklich. Schon alleine wegen der, oben beschriebenen, stetig steigenden Wertsicherungsfunktion, die Bitcion im Moment erf\u00fcllt, nicht. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aufgrund der Volatilit\u00e4t Bitcoins ist Bitcoin als Ma\u00dfstab nicht gut geeignet. Wer will schon die L\u00e4nge von etwas messen, wenn sich das 30 cm lange Lineal, mit dem man misst, binnen Stunden in der L\u00e4nge um 5, 10 oder 20 cm \u00e4ndert? Dar\u00fcber hinaus ist Bitcoin eben (noch?) kein Zahlungsmittel, wie EUR oder USD. F\u00fcr den Menschen ist Bitcoin auch noch nicht die vertraute Einheit in der Preise bezahlt werden. Weswegen der Ma\u00dfstab den der Mensch zur Bewertung von G\u00fctern (und \/ oder Dienstleistungen) heranzieht, nat\u00fcrlich das jeweils vertrautere (Geld-)System ist. In Europa messen wir die Preise f\u00fcr die meisten G\u00fcter (Roh\u00f6l z.b. nicht, da ist es der USD) in EUR. So wie wir in Europa auch L\u00e4ngen lieber mit dem metrischen als dem imperialen System vergleichen.  Daf\u00fcr sind die Messsysteme (Geld und L\u00e4ngen) ausreichend stabil. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So lange Bitcoin sich nicht &#8222;beruhigt&#8220; hat und stabil im Wert ist, ist Bitcoin auch keine gute Recheneinheit. Da gibt es nichts zu besch\u00f6nigen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><em><strong>2. Kryptogeld kann die Geldpolitik einer Notenbank nicht ersetzen<\/strong><\/em><\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Jede Kryptow\u00e4hrung muss in ihrem Protokoll Regeln zur Steuerung des Angebots an digitalen &#8222;Geldeinheiten&#8220; angeben. Typischerweise sind dies starre, vom wirtschaftlichen Verlauf unabh\u00e4ngige Regeln. Bei Bitcoin ist ein stetig abflachendes Wachstum der Tokenmenge bis zu einem gewissen Maximalbetrag vorgesehen, ab dem keine neuen Einheiten mehr begeben werden.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Ein zentrales Ziel von Notenbankpolitik besteht in der Herstellung von Preisstabilit\u00e4t. Dar\u00fcber hinaus sind Notenbanken aber frei, die jeweilige wirtschaftliche Lage zu beurteilen und bestm\u00f6glich geldpolitische Instrumente zur Erreichung dieses Zieles einzusetzen. Menschliches Urteil von Expertinnen und Experten ist hierbei unverzichtbar. \u00dcberdies \u00e4ndert sich st\u00e4ndig der geldpolitische Rahmen, da die Wirtschaft selbst sich laufend ver\u00e4ndert. Die Geldpolitik muss sich deshalb immer wieder flexibel neu ausrichten. Am reinen Wachstum der Geldmenge ist optimale Geldpolitik nicht festzumachen.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Die alten Monetaristen hatten das stabile Wachstum der Geldmenge in den Mittelpunkt ihrer geldpolitischen Empfehlungen gestellt \u2013 diese Empfehlungen wurden jedoch bereits vor Jahrzehnten als wirtschaftlich nicht zielf\u00fchrend verworfen. Die zwingend im Protokoll einer Kryptow\u00e4hrung vorgesehenen Regeln f\u00fcr das Wachstum der Menge an Token sind ebenfalls viel zu starr. Eine geldpolitisch w\u00fcnschenswerte Liquidit\u00e4tsversorgung der Wirtschaft k\u00f6nnte dadurch nicht erfolgen.<\/p><cite> Guido Sch\u00e4fer  <\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Geldpolitik Schadet mehr als sie nutzt<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bitcoin (und viele andere Kryptow\u00e4hrungen) kennt keinen &#8222;Willen&#8220; wie ihn die Politik an den Tag legt. Geldmengen werden nicht aufgrund von Entscheidungen von &#8222;Experten&#8220; anlassbezogen ver\u00e4ndert. Experten k\u00f6nnen irren. Und weil sie es k\u00f6nnen, werden sie sich auch irren &#8211; irren ist menschlich. Und weil Entscheidungen politisch getroffen werden, kann es und wird es auch sein, dass Entscheidungen zum Wohl von wenigen getroffen werden. Die Inflation im Euroraum (EU-Rettungsschirm, massiver Ankauf von Unternehmensanleihen (= zinsfreie Kredite f\u00fcr Konzerne) Bail Out f\u00fcr Banken usw.), und erst recht im Dollarraum, macht den &#8222;braven Sparer&#8220; t\u00e4glich und fortw\u00e4hrend \u00e4rmer und bereichert die Geldsch\u00f6pfer (siehe: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cantillon-Effekt\">Cantillon-Effekt<\/a> und die M\u00e4r vom trickle down). In L\u00e4ndern, in denen die Geldpolitik gescheitert ist (L\u00e4nder resetten ihre W\u00e4hrungen \u00fcberraschend oft), galoppiert die Inflation den Leuten davon.  Warum diese subjektiven Entscheidungen &#8222;unverzichtbar&#8220; sein sollten, erschlie\u00dft sich mir nicht. Im Gegensatz dazu wird sich Bitcoin durch seine mathematisch definierte Geldmenge \u00e4hnlich verhalten wie es Gold tut. Gold vermehrt sich nicht beliebig. Man kann zwar die &#8222;Produktion&#8220; erh\u00f6hen in dem man verst\u00e4rkt nach Gold sch\u00fcrft, aber die Mengen an Gold, die wir auf dem Planten zur Verf\u00fcgung haben, sind begrenzt &#8211; wie die Anzahl der Bitcoins. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Versorgung der Wirtschaftsteilnehmer mit Bitcoin um deren Liquidit\u00e4t sicherzustellen, ist nicht in Gefahr. Auch wenn die Menge auf ca. 21 Millionen Coins begrenzt ist, kann man ein Bitcoin bis zu 8 Stellen nach dem Komma teilen. Per Konsens im Netzwerk kann man diese Teilung auch ohne weiteres noch granularer gestalten, an der Menge \u00e4ndert die Teilung nichts. Es sind und bleiben ausreichend Coins da, um die Versorgung sicher zu stellen. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><em><strong>3. Kryptogeld l\u00e4sst keine Liquidit\u00e4tsspritzen in Finanzkrisen zu<\/strong><\/em><\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>In Krisenzeiten funktionieren starre Regeln zur Ausweitung des Geldangebots noch schlechter als normal. Denn in einer Finanzkrise steigt sprunghaft der Liquidit\u00e4tsbedarf im Finanzsektor an. Kunden ziehen ihre liquiden Guthaben ab. M\u00e4rkte verteuern oder verweigern die Bereitstellung externer Liquidit\u00e4t. Finanzinstitutionen w\u00fcrden zusammenbrechen, wenn sie ihre Verm\u00f6genswerte zur Beschaffung von Liquidit\u00e4t in fallenden M\u00e4rkten verkaufen m\u00fcssten. In solch einer Situation kann eine Zentralbank als &#8222;lender of last resort&#8220; den Kollaps des Finanzsystems und in weiterer Folge auch der Realwirtschaft verhindern, indem sie dem Finanzsystem kurzfristig gro\u00dfe Mengen an Liquidit\u00e4t zur Verf\u00fcgung stellt.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Weder l\u00e4sst eine starre Angebotsregel eines Kryptow\u00e4hrungssystems die flexible Schaffung von Krisenliquidit\u00e4t zu, noch sind die speziellen Umst\u00e4nde einer Finanzkrise vorhersehbar, sodass sich wirkungsvolle Regeln zur Schaffung von Krisenliquidit\u00e4t vorab im Protokoll einer Kryptow\u00e4hrung verankern lie\u00dfen. Das Finanzsystem einer Kryptow\u00e4hrung w\u00e4re deshalb krisenanf\u00e4llig und nicht dauerhaft stabil.<\/p><cite> Guido Sch\u00e4fer  <\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Keine Liquidit\u00e4tsspritzen mit Bitcoin mehr m\u00f6glich<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Long story short: stimmt, Bitcoin l\u00e4sst kein lending as last resort zu. Und das ist auch gut so.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">L\u00e4ngere Version: auch in einem Geldsystem, das auf Bitcoin beruht, k\u00f6nnen Kredite vergeben werden. Wer einen Kredit vergibt, geht immer ein wirtschaftliches Risiko ein &#8211; der Kredit k\u00f6nnte ausfallen. Daf\u00fcr bietet sich nat\u00fcrlich auch eine Chance: bei zur\u00fcckgezahltem Kredit ergibt sich ein Gewinn in Form von Geb\u00fchren und \/ oder Zinsen. Da Kreditgeber sich nicht mehr auf einen lender of last resort, der Geld in Mengen aus dem Nichts erschafft, verlassen k\u00f6nnen, werden sie zum einen umsichtiger Kredite vergeben und zum anderen beim Eintreten eines zu hoch eingegangenen Risikos auch die Auswirkung tragen m\u00fcssen: die Pleite.  Die Alternative w\u00e4re die Sozialisierung der Verluste wie bei der letzten Bankenrettung als ein System kurz vor dem Kollaps stand, dass seine Gewinne in bisher ungeahnter Weise geschickt niedrig versteuerte. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verwendung von Bitcoin (oder anderem Vollgeld) f\u00fchrt also zu einer faireren Behandlung von Teilnehmern an freien M\u00e4rkten. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><em><strong>4. Kryptogeld erlaubt keine auf einzelne L\u00e4nder abgestimmte Geldpolitik<\/strong><\/em><\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Kryptow\u00e4hrungen wie Bitcoin oder Libra stellen den Anspruch, ein global funktionierendes neues Geldsystem zu schaffen. International weisen Volkswirtschaften jedoch gro\u00dfe Unterschiede auf. \u00d6konomisch gesprochen stellen sie keinen optimalen W\u00e4hrungsraum dar, da sie unterschiedlichen Entwicklungen \u2013 sogenannten asymmetrischen Schocks \u2013 unterliegen. G\u00fcterm\u00e4rkte, Arbeitsm\u00e4rkte und Kapitalm\u00e4rkte sind zu wenig integriert, um die Schaffung einer gemeinsamen W\u00e4hrung zu rechtfertigen. Fiskalische Ausgleichsmechanismen wie etwa ein gemeinsames Arbeitslosenversicherungssystem existieren nicht. Nationale Geldpolitik und anpassungsf\u00e4hige Wechselkurse f\u00fchren deshalb zu wesentlich besseren wirtschaftlichen Ergebnissen. Da die Welt keine optimale W\u00e4hrungszone darstellt, w\u00fcrde das Wirtschaftssystem unter einer globalen Kryptow\u00e4hrung nicht funktionieren.<\/p><cite> Guido Sch\u00e4fer  <\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bitcoin als weltweites Vollgeld<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade erst die Schaffung der Option (1971, Abschaffung des Goldstandards) sich mittels Abwertung  seiner nationalen W\u00e4hrung  gegen\u00fcber einer anderen nationalen W\u00e4hrung einen Vorteil zu verschaffen (Cantillion-Effekt s.o.), erm\u00f6glichte zum einen ein rasantes (durchschnittliches)  weltweites Wachstum und damit auch das Verringern von Armut im Durchschnitt (weltweit). Aber gerade dadurch entstanden &#8222;Billiglohnsektoren&#8220;, indem eine schwache Wirtschaftsleistung eines Landes mittels Inflation kaschiert wird. Die besseren durchschnittlichen wirtschaftlichen Ergebnisse sind lediglich eine Frage des Standpunkts. F\u00fcr den einzelnen kleinen Wirtschaftsteilnehmer, der haupts\u00e4chliche seine Arbeitskraft bereitstellt, bringen nationale W\u00e4hrungen keinen Vorteil. Ihm fehlt schlicht das Kapital, dass er leicht von einem nationalen Bezugssystem in ein anderes verlagern kann, um die jeweiligen Vorteile genie\u00dfen zu k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch einen gemeinsamen Bezugsrahmen einer gemeinsamen W\u00e4hrungsgrundlage  (s.o. Geldfunktionen), der gleiche Regeln f\u00fcr das Geld aller Wirtschaftsteilnehmer festlegt, w\u00fcrde die Wirtschaft fairer, und damit besser f\u00fcr die Mehrheit der Teilnehmer, funktionieren. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An dieser Stelle noch ein Verweis auf Libra. Libra will (zmdt. sieht es derzeit so aus) eine Art Stable Coin etablieren, der mit einem Korb aus Fiat-Werten gesichert ist. Damit ist Libra im Prinzip eine andere Abbildungsform von bestehenden Fiat-W\u00e4hrungen. Quasi Giralgeld. Das hat durchaus seine <a href=\"http:\/\/www.robert-kofler.at\/2019\/07\/21\/libra-deep-dive\/\">Vorteile <\/a>\u00e4ndert aber wenig am bestehenden System.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><em><strong>5. Kryptogeld kann sich gegen etablierte Geldsysteme nicht durchsetzen<\/strong><\/em><\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>W\u00e4hrungssysteme k\u00f6nnen mikro\u00f6konomisch als Netzwerke verstanden werden. Konsumentinnen und Konsumenten sowie Unternehmen fragen gemeinsam die Leistungen eines Geldsystems zur Durchf\u00fchrung von Zahlungen nach. Je mehr Unternehmen ein bestimmtes Zahlungssystem anbieten, desto attraktiver wird die Benutzung f\u00fcr die Konsumierenden. Je mehr Konsumierende ein Zahlungssystem nutzen, desto eher akzeptieren Unternehmen dieses System. Mit zunehmender Gr\u00f6\u00dfe des Systems w\u00e4chst deshalb der Nutzen f\u00fcr alle TeilnehmerInnen. Umgekehrt besteht f\u00fcr kleine Systeme ein Henne-Ei-Problem, wenn sie sich neben einem gro\u00dfen System zu etablieren versuchen. Weil die Konsumentinnen und Konsumenten das System nicht verwenden, bieten es die Firmen nicht an. Und weil die Firmen das System nicht anbieten, wird es nicht benutzt.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Kleinere Systeme wie Kryptow\u00e4hrungen haben nur dann eine Chance, wenn ihre Leistungen sich hinreichend von jenen gro\u00dfer Systeme unterscheiden. Nun kann zwar argumentiert werden, dass etwa Bitcoin bei illegalen Transaktionen oder in einem instabilen Land wie Venezuela Vorteile gegen\u00fcber herk\u00f6mmlichen W\u00e4hrungen bietet. Bei Massenzahlungen in einem stabilen Land mit funktionierender W\u00e4hrung wird ein reines Currency-Token jedoch kaum jemals \u00fcber ein Nischendasein hinauskommen.<\/p><cite> Guido Sch\u00e4fer  <\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wir wiederholen uns&#8230;<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zus\u00e4tzlich zu den bereits weiter oben erw\u00e4hnten Entgegnungen bez\u00fcglich Bitcoin als Zahlungsmittel (ja im Moment ist das eher noch nichts&#8230;) mal ein paar Erinnerungen an die Geschichte: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was hat man denn den USA gesagt, als sie sich vom United Kingdom l\u00f6sten und vom Pfund auf den USD wechselten? Was ist mit den hunderten anderen bereits existierenden nationalen W\u00e4hrungen, die alle ein &#8222;Nischendasein&#8220; fristen? Was hat Nokia gesagt als es mit ihrem hervorragend funktionierendem Gesch\u00e4ftsmodell mit einem Konkurrenten konfrontierte der &#8222;keine Ahnung&#8220; vom mobile Phone Gesch\u00e4ft hatte und 2007 das Iphone pr\u00e4sentierte? Was hat sich ein Platzhirsch wie wie MySpace gedacht, mit seinem gro\u00dfen bestehenden Netzwerk als da eine st\u00fcmperhaft programmierte Website names thefacebook.com auftauchte?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein bestehendes Systeme und Netzwerke sch\u00fctzen nicht vor Abl\u00f6se. Bitcoin ist eine Art von Geld und &#8222;konkurriert&#8220; in der Akzeptanz mit anderem Geld. Das bessere Geld setzt sich durch. Gerade in krisengesch\u00fcttelten L\u00e4ndern (Venezuela, Griechenland, Simbabwe uvm), in denen die Menschen vor der Wahl stehen dem bestehenden Geldsystem oder Bitcoin zu vertrauen wird deutlich das viele Teilnehmer der Wirtschaft Bitcoin als das bessere Geld ansehen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anmk. f\u00fcr eine Bank die Geld mittels Kredit sch\u00f6pfen kann ist Bitcoin wohl eher nicht das bessere Geld. Cui bono.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Klarstellung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer Bitcoin verwendet, legt unverwischbare, f\u00fcr jeden \u00f6ffentlich zugreif- und lesbar Spuren seiner Geldfl\u00fcsse. Menschen die illegalen Gesch\u00e4ften nachgehen sind nicht so dumm wie diverse Experten ihnen dies gerne unterstellen. Solche Menschen nutzen vieles f\u00fcr ihre Gesch\u00e4fte (ganz gern \u00fcbrigens Banken, siehe <a href=\"https:\/\/de.scribd.com\/document\/290214176\/UK-NRA-October-2015-Final-Web\">national risk assessment on money laundering der UK Treasuray (2015)<\/a> sowie Table 1.A), aber sehr sehr ungern Bitcoin. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"606\" height=\"619\" src=\"http:\/\/www.robert-kofler.at\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/ReportPic.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-428\" srcset=\"https:\/\/www.robert-kofler.at\/Blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/ReportPic.png 606w, https:\/\/www.robert-kofler.at\/Blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/ReportPic-294x300.png 294w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><em><strong>6. Kryptogeld w\u00fcrde die monet\u00e4re und fiskalische Souver\u00e4nit\u00e4t von Staaten untergraben<\/strong><\/em><\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Lie\u00dfen Regierungen die Entstehung von privaten Geldsystemen in gro\u00dfem Stil zu, w\u00fcrden sie ein wesentliches Element der monet\u00e4ren Souver\u00e4nit\u00e4t eines Landes aus der Hand geben. Die monet\u00e4re Abh\u00e4ngigkeit von einer intransparenten Gruppe teilweise nicht im Inland angesiedelter privater Akteure w\u00e4re problematisch.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00dcberdies stellt die Nutzung kryptografischer Verfahren zur Herstellung von Anonymit\u00e4t ein zentrales Element vieler Kryptow\u00e4hrungen dar. Ohne pers\u00f6nlich identifiziert zu werden, ist die anonyme Durchf\u00fchrung von Zahlungen m\u00f6glich. Nicht nur unter dem Gesichtspunkt von Geldw\u00e4sche und Finanzierung illegaler Aktivit\u00e4ten stellt dies ein Problem dar. Auch f\u00fcr Steuerbeh\u00f6rden wird es wesentlich schwieriger, Transaktionen zu kontrollieren und Steuern einzuheben. Somit w\u00e4re auch die fiskalische Souver\u00e4nit\u00e4t von Staaten untergraben. Angesichts des drohenden Verlustes essenzieller Elemente ihrer wirtschaftlichen Souver\u00e4nit\u00e4t ist es deshalb nicht verwunderlich, dass die meisten Staaten reserviert bis ablehnend der Entwicklung von Kryptow\u00e4hrungen als Ersatz f\u00fcr etabliertes Geld gegen\u00fcberstehen. Mit massivem politischem Widerstand ist jedenfalls zu rechnen.<\/p><cite> Guido Sch\u00e4fer  <\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Staaten haben ihre W\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t (leider) schon lange abgegeben. <\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;<em>Die monet\u00e4re Abh\u00e4ngigkeit von einer intransparenten Gruppe teilweise nicht im Inland angesiedelter privater Akteure w\u00e4re problematisch.<\/em>&#8222;<br>Um so schlimmer, dass man genau das bereits getan hat. Die W\u00e4hrungssourver\u00e4nit\u00e4t der Eurozone und die des USD liegt bei wem? Bei den Staaten? Weit gefehlt! die FED und die EZB entscheiden ausschlie\u00dflich \u00fcber ihre jeweiligen W\u00e4hrungen und das hochgradig intransparent. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die FED geh\u00f6rt indirekt Gesch\u00e4ftsbanken der USA und somit privaten. Die EZB geh\u00f6rt den Notenbanken der Mitglieder. Diese sind zumindest meist zu 100% in Staatsbesitz, aber auch hier gibt es ausnahmen: <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li> Die italienische Zentralbank ist im Besitz von <a href=\"https:\/\/www.bancaditalia.it\/chi-siamo\/funzioni-governance\/partecipanti-capitale\/index.html?com.dotmarketing.htmlpage.language=1\">privaten Gesch\u00e4ftsbanken und Versicherungen.<\/a>  <\/li><li>die griechische Notenbank ist eine Gesch\u00e4ftsbank die sich zu 100% in privatem Besitz befindet.<\/li><li>die<a href=\"https:\/\/www.nbb.be\/en\/faq\/why-national-bank-listed-stock-exchange\"> belgische Nationalbank ist zu 50% in privatem Besitz <\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Italiens Wirtschafts ist \u00fcbrigens die immerhin viertgr\u00f6\u00dfte der EU. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Politisch eingreifen lassen sich weder FED noch EZB. Sie tun, was sie glauben, dass das Beste ist. Das Beste f\u00fcr wen? Die EZB hat immer noch ihr Anleihenkaufprogramm am laufen, bei der sie im Monat um 20 Milliarden Unternehmensanleihen kauft. Dabei sch\u00f6pft sie neues Geld (da ist er wieder der Cantillon Effekt), welches sie den Gesch\u00e4ftsbanken zu Geldsch\u00f6pfung via Kredit \u00fcbergibt (Cantillon&#8230;) und verbibt durch die Anleihen \u00fcberdies extrem g\u00fcnstige (bis gratis) Kredite an Unternehmen (Cantillon again!). Diese Unternehmen sind aber nicht alle. Es kommen nur gro\u00dfe Unternehmen in Frage (die ohnehin schon viel Kapital haben). Kleine Unternehmen haben vom Anleihenkauf der EZB ebenso wenig wie der Gro\u00dfteil der Wirtschaftsteilnehmer. Im Gegenteil die alle haben wenig bis nichts vom Cantillon Effekt, au\u00dfer der Inflation. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kryptow\u00e4hrungen und anonymit\u00e4t<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erstmal Bitcoin ist pseudonym und nicht anonym.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Staat k\u00e4mpft jetzt schon mit illegalen Aktivit\u00e4ten wie Geldw\u00e4sche oder Finanzierung illegaler Aktivit\u00e4ten. Wer Geld unbemerkt bewegen will, greift zu Bargeld, Wirtschaftstreuh\u00e4ndern, verschachtelten Unternehmensstrukturen oder anderen Mitteln. Die Bek\u00e4mpfung von Steuerhinterziehung l\u00f6st nicht die W\u00e4hrung in der Hinterzogen wird (EUR, Bitcoin oder was auch immer) sondern die Beh\u00f6rden, die in solchen F\u00e4llen ermitteln. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrungen wie Monero oder Zcash bilden Transaktionen bei weitem anonymer als Bitcoin ab, sind aber auch nur ein weiteres mittel mit dem Geldw\u00e4sche oder andere illegale Machenschaften umgesetzt werden k\u00f6nnen.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Werden Gesetzte aufgeweicht oder nicht mehr Exekutiert (bzw. in Folge judiziert) wenn B\u00fcrger von Staaten Gesetze nicht einhalten, dann verlieren Staaten ihre Souver\u00e4nit\u00e4t.  <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Staaten ihren B\u00fcrgen die Privatsph\u00e4re nehmen (z.b. in dem anonyme Zahlungen verunm\u00f6glicht) verlieren Staaten \u00fcberdies auch noch ihre  Legitimation.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Zukunft von Krypto liegt in Leistungen jenseits des etablierten Geldsystems<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Betrachtet man die oberhalb angef\u00fchrten sechs Argumente gemeinsam, erscheint die Abl\u00f6sung etablierter W\u00e4hrungen durch Kryptogeld sehr unwahrscheinlich. Vermutlich sind davon die Entwicklungschancen von Krypto-Tokensystemen aber nur am Rande ber\u00fchrt. Auch wenn sich Kryptow\u00e4hrungen bei der Erf\u00fcllung klassischer Geldfunktionen kaum gegen etablierte W\u00e4hrungen durchsetzen werden, bergen sie aufgrund der vielf\u00e4ltigen Gestaltungsm\u00f6glichkeiten in anderen Bereichen gro\u00dfes Zukunftspotenzial. Beginnend mit der M\u00f6glichkeit, auf einer Blockchain Daten zuverl\u00e4ssig und \u00f6ffentlich zu speichern, \u00fcber die zahlreichen Anwendungen von &#8222;Smart Contracts&#8220; bis hin zu &#8222;Corporate Tokens&#8220; sind viele neue Einsatzbereiche denkbar. Evolution\u00e4r wird sich zeigen, welche der vielen derzeit diskutierten und getesteten Konzepte l\u00e4ngerfristig tragf\u00e4hig sind. Auch wenn Euro und Dollar weiter bestehen bleiben, k\u00f6nnten daneben spannende neue Kryptosysteme existieren, die vielleicht grundlegend Wirtschaft und Gesellschaft ver\u00e4ndern werden. Die Geldfunktionen dieser Systeme werden jedoch nicht im Vordergrund stehen. <\/p><cite> <em>(Guido Sch\u00e4fer, 14.1.2020)<\/em> <\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Zukunft von Krypow\u00e4hrungen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie lange wird es noch dauern bis die &#8222;Blase&#8220; platzt? Keine Ahnung! Ein paar Jahre hat FIAT noch vor sich \ud83d\ude09 <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Enrst: wird Bitcoin oder eine W\u00e4hrung sich durchsetzen oder nur die Technik dahinter? Wir werden sehen. Was man aber bedenken sollte: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Blockchain ohne W\u00e4hrung dahinter wird Daten nicht sicher speichern k\u00f6nnen. Die Daten liegen in Systemen wie Bitcoin und Ethereum (smart contract-f\u00e4hig) deshalb so sicher, weil eine Heerschar an gierigen Menschen pr\u00fcft ob andere gierige Menschen sie nicht um ihren Gewinn bringen, weil sie beim Pr\u00fcfen der Daten in der Blockchain schummeln. Das bedeutet viel Arbeit, f\u00fcr die sie auch einen Beweis vorlegen m\u00fcssen um die Belohnung ihrer Arbeit zu bekommen (Proof Of Work). L\u00e4sst man den Insentiv (die Belohnung) weg, muss man die Sicherheit der Daten anders gew\u00e4hrleisten (Nakamotos Conensus). Z.b. durch eine Proof Of Stake (durch den Besitz von etwas, Token, Schl\u00fcssel, Passw\u00f6rter usw) erh\u00e4lt man das Recht Daten zu schreiben. Das ist aber nicht viel anders als es jetzt schon in zentralen Systemen der Fall ist: wer darf tats\u00e4chlich in ihrem Girokonto schreiben? Richtig ausschlie\u00dflich ihre Bank. Hat man Zugriff auf die Systeme der Bank (z.b. via Hacking oder von Gesetz wegen)  war es das mit der Integrit\u00e4t der Daten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Proof Of Work funktioniert als Datenabsicherungsmechanis in Bitcoin hervorragend. Seit seiner Entstehung sind Bitcoins Daten \u00f6ffentlich von jedem angreifbar. Geschafft hat es noch keiner, Nakamotos Conensus  sei dank. Und dieser Consensus beruht eben nicht nur auf einer tollen Technologie die man vielleicht ohne die anderen Verwenden k\u00f6nnte.   Nakamotos Conensus braucht: Hashverfahren, asymetrische Kyptorgrafie, Blockchain, PoW. L\u00e4sst man eines davon Weg hat man Technologie die man bereits vor Bitcoin hatte. Erst das Zusammenspiel dieser Technologien, getrieben von einer Incentivierung mittels der systeminherenten W\u00e4hrung l\u00e4sst Kryptow\u00e4hrungen so gut, wie sie es bisher taten, funktionieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bitcoin wurde 2009, zumindest nach Satoshis white paper, als L\u00f6sung f\u00fcr die Probleme des bestehenden Geld- und Finanzsystems, konzipiert. Vielleicht wird Bitcoin oder eine andere Kryptow\u00e4hrung nicht die L\u00f6sung f\u00fcr diese Probleme sein, aber selbst wenn Bitcoin &amp; Co zum Nachdenken \u00fcber unser bestehendes Geldsystem anregen ist schon viel gewonnen. Kryptow\u00e4hrungen wie Bitcoin (stabile begrenzte Geldmenge) sind Bewusstseinsver\u00e4nderer: Wer sich mit ihnen besch\u00e4ftigt, ver\u00e4ndert sein Bewusstsein gegen\u00fcber dem bestehenden Geldsystem, das eine Umverteilung von unten nach oben mit sich bringt, sowie gegen\u00fcber einem neuen digitalen Geld, das f\u00fcr sich steht und nicht dem Willen weniger zu dienen hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Tageszeitung &#8222;Der Standard&#8220; fand sich unl\u00e4ngst ein Beitrag mit dem Titel &#8222;Kann Kryptogeld Euro und Dollar ersetzen?&#8222;. Dieser Betrag war, meiner Meinung nach, doch deutlich gegen Kryptow\u00e4hrungen bzw. Bitcoin an sich formuliert. Hierzu ein paar andere, vielleicht erg\u00e4nzende, vielleicht widersprechende, vielleicht aber auch zustimmende Ansichten. 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